Preisträgerkonzert des Kammermusik-Wettbewerbes für Alte Musik der Anton Bruckner Privatuniversität
Der jährlich stattfindende Wettbewerb bietet Ensembles ein hervorragendes Podium, vor einer international besetzten Jury ihr Können zu zeigen. Studierende des Instituts für Alte Musik und Historische Aufführungspraxis an der Anton Bruckner Privatuniversität werden mit diesem Wettbewerb zusätzlich motiviert, sich möglichst früh mit Ensemblearbeit und einer Ensemblegründung auseinanderzusetzen, ist doch der spätere Beruf hauptsächlich kammermusikalisch zu bestreiten. Das Repertoire wird ihnen dabei freigestellt und reicht, je nach Besetzung, von der Renaissance bis Früh-Romantik. Auch das Publikum der Konzertreihe Alte Musik – neu gelesen kommt in diesem Konzert in den Genuss.
Der 5. BRISK Ensemblewettbewerb des Instituts für Alte Musik und historische Aufführungspraxis fand am 21. April 2026 statt. Den 1. Preis erhielt das Ensemble Caleum mit dem Programm Švanda, der Dudelsackspieler aus Sorau. Ein musikalisches Märchen mit Werken von Reinhard Keiser, Johann Fischer und Georg Philipp Telemann. Der 2. Preis ging an das Ensemble Lotus Harmonicus, das unter dem Titel Per tenebras ad lucem Musik von Jan Dismas Zelenka und Georg Friedrich Händel präsentierte. Mit dem 3. Preis wurde das Ensemble Les Papillons ausgezeichnet, das die Kantate Le Printemps aus Le Quatre Saisons (1724) von Joseph Bodin de Boismortier zur Aufführung brachte.
Ensemble Lotus Harmonicus
Per tenebras ad lucem Teil 1
Jan Dismas Zelenka
(1679-1745)
Trio Sonata Nr. 4 g-Moll aus 6 Trio Sonatas ZWV 181
1. Andante
2. Allegro
Ensemble Les Papillons
Joseph Bodin de Boismortier
(1689-1755)
Le Printems – Cantate Françoise ou Musique de chambre, a Voix Seule avec Simphonie e la Basse Continue
1. Récitatif
2. Air
3. Récitatif und Air
4. Récitatif
5. Air
6. Récitatif
7. Air Tendre
Ensemble Lotus Harmonicus
Per tenebras ad lucem Teil 2
Georg Friedrich Händel
(1685-1759)
Trio Sonata B-Dur HWV 380
1. Adagio
3. Allegro
* Pause*
Ensemble Caleum
Švanda, der Dudelsackspieler aus Sorau
ein musikalisches Märchen
Reinhard Keiser
(1674-1739)
aus der Oper Der lächerliche Prinz Jodelet
Sinfonia Burla
Johann Fischer
(1646-1716)
aus Tafel-Musik (1702)
Ballet
Georg Philipp Telemann
(1681-1767)
Sonate Polonese à 3, TWV 42:a8
Dolce
Trio Sonate a moll, TWV 42:a4 aus Essercizii musici (1740)
Largo, Vivace
aus the Rostock Manuskript, TWV 45
Polonaise Nr. 17
Trio Sonate a moll, TWV 42:a4 aus Essercizii musici (1740)
Affettuoso, Allegro
aus the Rostock Manuskript, TWV 45
Polonaise Nr. 18
Mitwirkende
Ensemble Lotus Harmonicus
Alexandra Bláhová, Barockoboe
Jana Slavíková, Barockoboe
Mej Mansouri, Cembalo
Yohei Suzuki, Barockfagott

Foto: Ensemble Lotus Harmonicus © Caroline Groenewold
Ensemble Lotus Harmonicus wurde 2025 anlässlich des BRISK Ensemblewettbewerbs gegründet. Die einzelnen Mitglieder des Ensembles waren sich jedoch bereits zuvor sowohl im akademischen als auch im künstlerischen Bereich begegnet. Von Anfang an stand fest, dass das Programm des Ensembles einige der sechs Sonaten von Jan Dismas Zelenka enthalten musste, deren Aufführung für alle Mitglieder des Ensembles eine musikalische Herausforderung darstellte – vergleichbar mit der Bezwingung des musikalischen Mount Everest.
Alexandra Bláhová wurde in der Slowakei geboren, lebt aber schon seit ihrer Kindheit in der Tschechischen Republik. Am Konservatorium Brünn studierte sie Oboe und Blockflöte. Anschließend setzte sie ihr Bachelorstudium im Fach Oboe an der Janáček-Akademie für Musik und Darstellende Kunst Brünn fort. Im Rahmen ihres Studiums absolvierte sie ein Erasmus-Praktikum an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, wo sie nach bestandener Aufnahmeprüfung ihr Masterstudium im Fach Oboe in der Klasse von Joseph Blank fortsetzte. Sie erweiterte ihr Oboenstudium um das Studium historischer Instrumente. An der JAMU in Brünn absolvierte sie den Bachelorstudiengang Barockoboe in der Klasse von Tereza Samsonová. Ein weiteres Erasmus-Praktikum absolvierte sie in der Klasse von Alfredo Bernardini an der Universität Mozarteum Salzburg. Derzeit studiert sie im Masterstudiengang Instrumental- und Gesangspädagogik Barockoboe an der APBU in Linz in der Klasse von Emma Black sowie im künstlerischen Masterstudiengang Barockoboe in der Klasse von Alfredo Bernardini in Salzburg. Alexandra ist zudem als Oboen- und Blockflötenlehrerin tätig und unterrichtet an der Musikschule Unteres Traisental sowie an der Musikschule der Stadt Linz.
Jana Slavíková ist in der Tschechischen Republik geboren. Sie begann mit Oboe bereits als Kind an der Musikschule. Sie studierte am Musikgymnasium der Stadt Prag und am Prager Konservatorium in der Klasse von Pavel Tylšar. Ihren Bachelorabschluss erwarb sie an der Akademie der musischen Künste in Prag in der Klasse von Jana Brožková. Während ihres Studiums nahm sie im Rahmen des Erasmus-Programms an einem Praktikum an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz in der Klasse von Peter Tavernaro teil, wo sie derzeit ihr Masterstudium studiert. In Linz begann Jana sich auch für historische Interpretation zu interessieren und begann ein Studium im Barockoboen-Lehrgang in der Klasse von Emma Black. Jana ist außerdem als Oboistin bei der Philharmonie Brno und als Akademistin in verschiedenen tschechischen Orchestern tätig. Sie ist zudem Gründungsmitglied des Ensembles Quintetto Soffio.
Mej Mansouri wurde in Belgrad geboren und absolvierte ihr Bachelorstudium im Fach Cembalo an der Universität der Künste in ihrer Heimatstadt. Anschließend führte sie ihr Weg an die Anton Bruckner Privatuniversität in Linz, wo sie ihr Masterstudium im Fach Cembalo in der Klasse von Anne Marie Dragosits 2025 mit Auszeichnung abschloss. Derzeit widmet sie sich vertiefend dem Studium des Hammerklaviers in der Klasse von Mikayel Balyan. Wichtige künstlerische Impulse erhielt sie darüber hinaus durch zahlreiche Meisterkurse, Workshops und Projekte. Als Cembalistin ist Mej sowohl solistisch als auch in Ensembles und Orchestern tätig. Neben ihrer künstlerischen Arbeit ist sie als studentische Hilfskraft für Korrepetition an der Anton Bruckner Privatuniversität sowie als Klavierlehrerin aktiv. Zwei Jahre in Folge wurde sie mit ihren Ensembles beim BRISK Ensemblewettbewerb für Alte Musik der ABPU mit allen drei Preisen ausgezeichnet.
Yohei Suzuki wurde in Japan geboren und studierte Indologie an der Universität Tokio. Derzeit macht er Bachelorstudium an der Anton Bruckner Privatuniversität modernes Fagott bei Philipp Tutzer und öffnet manchmal die Koffer der historischen Fagotte.
Ensemble Les Papillons
Sarah Handsteiner, Sopran
Sarah Julia Felhofer, Barockvioline
Mej Mansouri, Cembalo

Foto: Ensemble Les Papillons © Veronika Löberbauer
Die niederösterreichische Sopranistin Sarah Handsteiner studiert derzeit Historischen Gesang bei Miriam Feuersinger sowie Gesang bei Ruxandra Donose an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz. Zuvor studierte sie Musikerziehung mit zentralem künstlerischen Fach Chorleitung (Johannes Hiemetsberger, Jordi Casals-Ibanez) an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, darüber hinaus absolvierte sie den Ausbildungszweig Lied-Messe-Oratorium am Diözesankonservatorium der Erzdiözese Wien. Sie arbeitete bereits mit Dirigenten wie Petr Popelka, Jan Cayers und Stefan Gottfried zusammen, Engagements führten sie etwa ans Theater an der Wien, in den Koningin Elisabethzaal Antwerpen und in den Wiener Stephansdom.
Die Violinistin Sarah Julia Felhofer ist ursprünglich aus Oberösterreich und studiert derzeit im Bachelor Klassische Violine bei Werner Neugebauer als auch Barockvioline bei Elisabeth Wiesbauer an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz. Als Musikerin ist sie sowohl im Orchester als auch in diversen Ensembles tätig, darunter regelmäßig im L’Euridice Barockorchester und der Oberösterreich Philharmonie. Außerdem hat sie bei Konzerten mit dem Ensemble Pallidor, dem Klassik Orchester Teno, dem Johann Strauß Ensemble und dem Ensemble Sonare mitgewirkt. Wertvolle Impulse im Bereich der Alten Musik bekam sie unter anderem bei Enrico Onofri und Shunske Sato. Zwei Jahre in Folge wurde sie beim BRISK Ensemblewettbewerb für Alte Musik der ABPU als Preisträgerin ausgezeichnet.
Mej Mansouri wurde in Belgrad geboren und absolvierte ihr Bachelorstudium im Fach Cembalo an der Universität der Künste in ihrer Heimatstadt. Anschließend führte sie ihr Weg an die Anton Bruckner Privatuniversität in Linz, wo sie ihr Masterstudium im Fach Cembalo in der Klasse von Anne Marie Dragosits 2025 mit Auszeichnung abschloss. Derzeit widmet sie sich vertiefend dem Studium des Hammerklaviers in der Klasse von Mikayel Balyan. Wichtige künstlerische Impulse erhielt sie darüber hinaus durch zahlreiche Meisterkurse, Workshops und Projekte.
Als Cembalistin ist Mej sowohl solistisch als auch in Ensembles und Orchestern tätig. Neben ihrer künstlerischen Arbeit ist sie als studentische Hilfskraft für Korrepetition an der Anton Bruckner Privatuniversität sowie als Klavierlehrerin aktiv. Zwei Jahre in Folge wurde sie mit ihren Ensembles beim BRISK Ensemblewettbewerb für Alte Musik der ABPU mit allen drei Preisen ausgezeichnet.
Ensemble Caleum
Lucie Lerlová, Blockflöten
Huang-Hsi Tseng, Barockvioline
Juan Manuel Bermúdez, Barockcello
Mej Mansouri, Cembalo
Stepan Zahainov, Erzähler (nicht am Foto)

Foto: Ensemble Caleum © Yanyu Chen
Caleum ist ein Ensemble für Alte Musik, das 2025 in Linz gegründet wurde. Die Musiker:innen aus Serbien, Kolumbien, Taiwan und der Tschechischen Republik verbindet die gemeinsame Suche nach einer historisch informierten Aufführungspraxis. Der Name des Ensembles leitet sich vom lateinischen Wort caelum (himmelblau) ab und steht sinnbildlich für die künstlerische und menschliche Verbindung, die die Mitglieder trotz ihrer unterschiedlichen kulturellen und musikalischen Hintergründe eint. Das Ensemble besteht aus Mej Mansouri (Serbien) am Cembalo, Juan Manuel Bermúdez Obando (Kolumbien) am Barockcello, Tseng Huang-Hsi (Taiwan) an der Barockvioline und Lucie Lerlová (Tschechien) an der Blockflöte. Alle Mitglieder studieren Alte Musik an der Anton Bruckner Privatuniversität, wo aus dem gemeinsamen Interesse an barockem Repertoire und historischer Aufführungspraxis diese künstlerische Zusammenarbeit entstand. Seit seiner Gründung war das Ensemble mehrfach bei ITAM vertreten und wurde 2026 mit dem ersten Preis des BRISK Ensemblewettbewerbs für Alte Musik der ABPU ausgezeichnet. Neben ihrer Konzerttätigkeit widmen sich einige Mitglieder auch der pädagogischen Arbeit, unter anderem am Oö. Landesmusikschulwerk und an der Musikschule Linz.
In Kooperation mit Anton Bruckner Privatuniversität Linz

Mehr Informationen zum 5. BRISK-Ensemblewettbewerb finden Sie auf der Website der Anton Bruckner Privatuniversität Nachbericht: BRISK 2026 https://www.bruckneruni.ac.at/de/ueber-uns/aktuelles/news/news-detail/nachbericht-brisk-2026
Zusammenspiel von Musik und Literatur
An den Konzertabenden bietet die Oö. Landesbibliothek an einem eigenen Büchertisch Lesestoff passend zum jeweiligen Konzertprogramm an. Beim Flanieren durch das Haus können sich Besucherinnen und Besucher ein Bild vom großen Angebot der wissenschaftlichen Universalbibliothek machen.
https://www.landesbibliothek.at/