Terminkalender

Donnerstag, 1. Februar 2024, 19:00
Kategorie-Bild

"O schöne Nacht"

Programm

 

Vokalquartette von Johannes Brahms, Heinrich von Herzogenberg, Iwan Knorr und Josef Gabriel Rheinberger

 

Heinrich von Herzogenberg (1843–1900)

Vier Notturnos op. 22 (Gedichte von Joseph von Eichendorff)
für vier Singstimmen mit Begleitung des Pianoforte (Philipp Spitta gewidmet) Leipzig 1875
Wär’s dunkel, ich läge im Walde
Nacht ist wie ein stilles Meer
Intermezzo. Zwei Musikanten zieh’n daher
Wie schön hier zu verträumen

Johannes Brahms (1833–1897)

Vier Quartette für Sopran, Alt, Tenor und Bass mit Pianoforte
op. 92 (Pörtschach 1877 / Mürzzuschlag 1884)
O schöne Nacht (Georg Friedrich Daumer)
Spätherbst (Hermann Allmers)
Abendlied (Friedrich Hebbel)
Warum (Johann Wolfgang v. Goethe)           

Iwan Knorr (1853–1916)

Ukrainische Liebeslieder op. 5
für Sopran, Alt, Tenor und Bass (Frankfurt am Main 1890)

Lasse mich, o Attaman
Blinder Spielmann, rühr zum Tanze
Mein Herzchen ist ein Vöglein
O hätt ich Flügel
Warum holst du nicht mehr Wasser
Schleichen wollt ich zu dem Liebchen
Leuchte, leuchte, lieber Mond
O weht nicht, ihr Stürme
O mein Ross, treues Ross

***

Josef Gabriel Rheinberger (1839–1901)

Vom goldenen Horn. Türkisches Liederspiel op. 182 (Leipzig 1895)
Text aus dem Neutürkischen des Assim Agha Gül-hanendé von Bernhardine Schulze-Smidt

Morgenruf – Sabahi
Fasten – Ramasan
Der Ruderer – Kaikidji
Turteltaube – Kumru
List – Dubara
Perle – Jndschü
Mondlicht – Maitab
Leuchtkäfer – Jildiz-Kurdu
Stimmen des Gartens – Bagtsche-Sedalari

 

Eine langjährige und innige Beziehung verband Johannes Brahms mit Heinrich und Elisabeth von Herzogenberg; die Eingangstakte seines Quartetts O schöne Nacht, mit denen Brahms das zweite Notturno aus Herzogenbergs Opus 22 zitiert, sind wohl ein besonders sinnfälliges Zeichen dieser musikalischen Freundschaft undgegenseitiger Achtung und Wertschätzung. Das Programm des Konzerts umspannt die letzten vier Jahrzehnte der Blütezeit vokaler Kammermusikkultur, die am Ende des XVIII. Jahrhunderts mit dem Spätwerk Haydns beginnt und schon mit Schubert einen ersten Höhepunkt erreicht. Schumann war es, der dem Genre eine neue Dimension erschloss und Brahms trat dieses Erbe souverän an.

  

Helena Dearing | Sopran
Martha Hirschmann | Mezzosopran
Jan Petryka | Tenor
Andreas Lebeda | Bariton
Claus-Christian Schuster | Klavier

 

Helena Dearing c Nora Schoeller

Helena Dearing © Nora Schoeller

Helena Dearing ist in New York geboren und in Linz aufgewachsen. Sie studierte Gesang an der Wiener Musikuniversität bei Luise Scheit und Helmut Deutsch sowie Barockgesang bei René Jacobs an der Schola Cantorum Basiliensis.

Besonders prägend wurde für sie die Begegnung mit Nikolaus Harnoncourt, dessen kammermusikalische Musikauffassung für ihr weiteres Leben bestimmend wurde. Nach ihrem Konzertdebüt im Wiener Musikverein führten sie Konzertreisen in fast alle europäischen Länder sowie nach Japan und in die USA. Neben Barockopern-Produktionen pflegt sie ein breitgefächertes Repertoire von der Alten bis zur zeitgenössischen Musik. Sie arbeitete mit namhaften Künstlern wie Manfred Honeck, Carlos Kalmar, René Jacobs, Johann Sonnleitner, Claus-Christian Schuster, Edward Witsenburg und Clemens Zeilinger zusammen und nahm mehrere CDs mit Liedern von Joseph Haydn, Franz Schubert und Johannes Brahms auf.

Helena Dearing hat viele Jahre als Stimmbildnerin an den Musikuniversitäten von Wien und Graz gearbeitet. Als Nachfolgerin von Claus-Christian Schuster war sie 10 Jahre lang als künstlerische Leiterin des Internationalen Brahmsfestes in Mürzzuschlag tätig; für die Schubert-Gesellschaft in Schloss Atzenbrugg plante sie über 40 Schubertiaden und organisierte die „Pörtschacher Serenaden“ im Schloss Leonstain am Wörthersee.

http://www.helenadearing.com/

 

Martha Hirschmann c Reinhard Winkler

Martha Hirschmann © Reinhard Winkler


Die aus Graz stammende Mezzosopranistin Martha Hirschmann studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und war anschließend Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper in München.

Von 2011 bis 2017 gehörte sie dem Ensemble des Landestheaters Linz an, wo sie u. a. als Donna Elvira, Dorabella, Oktavian, Hänsel, Dido, Orfeo, Valencienne und Prinz Orlofsky zu erleben war. Für ihre Darstellung der Dido in Dido und Aeneas wurde sie für den Österreichischen Musiktheaterpreis nominiert. Engagements führten sie u. a. zur styriarte, dem Festival operklosterneuburg, dem Theater Regensburg, der Wiener Kammeroper, dem Stadttheater Baden, dem Münchner Cuvilliès-Theater, ans Moskauer Čajkovskij-Konservatorium, dem International Daegu Opera Festival in Korea sowie ans Nationaltheater Ljubljana.

https://www.martha-hirschmann.com/

 

Jan Petryka c Theresa Pewal

Jan Petryka © Theresa Pewal


In Warschau als Sohn einer Musikerfamilie geboren, hat Jan Petryka in Wien und Graz Violoncello und Gesang studiert.  Als Tamino (Zauberflöte) und Novice (Billy Budd) feierte er Erfolge an internationalen Opernhäusern (Wien, Lyon, Bregenz, Prag).

Über die Zusammenarbeit mit Robert Holl etablierte sich Jan Petryka als Lied- und Oratoriensänger; mit namhaften Klavierpartnern wie Helmut Deutsch, Pierre Laurent Aimard, Sir András Schiff, Roger Vignoles und Julius Drake trat er bei wichtigen Festivals wie etwa der Schubertiade Schwarzenberg, dem Oxford Lieder Festival und dem Lied Festival Zeist auf.

2021 feierte er sein Debüt bei den Salzburger Festspielen als einziger Darsteller in der Oper GOLD!; im vergangenen Jahr führten ihn Konzerttourneen mit Bachs h-moll Messe und Haydns Schöpfung nach Barcelona, Wien und Stuttgart. Seit 2021 unterrichtet Jan Petryka am Konservatorium für Kirchenmusik in Sankt Pölten.

https://janpetryka.com/

 

Andreas Lebeda Reinhard Winkler

Andreas Lebeda © Reinhard Winkler


Andreas Lebeda studierte an der Universität Salzburg (Germanistik) und am Mozarteum; entscheidende Anregungen erhielt er in der legendären Klasse von Nikolaus Harnoncourt am Mozarteum und als Schüler von Kurt Widmer an der Musikakademie Basel. 1990 erfolgte sein Operndebüt unter René Jacobs an der Opéra Comédie Montpellier; seither führten ihn Konzerte, Liederabende und Opernproduktionen in bedeutende Musikzentren in Europa, Südafrika, Japan und den USA sowie zu zahlreichen internationalen Festivals (2001 New York-Debüt in der Weill Hall/Carnegie mit Claus-Christian Schuster). Zu seinen wichtigsten CD-Aufnahmen zählen Monteverdis L’incoronazione di Poppea, Mozarts Grabmusik sowie Franz Schuberts Winterreise. Andreas Lebeda unterrichtete am Mozarteum Salzburg und leitete 30 Jahre lang eine Gesangsklasse an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz; er ist Gründer und künstlerischer Leiter der vokal.isen.

 

Claus-Christian Schuster © Claus-Christian Schuster

Claus-Christian Schuster © Claus-Christian Schuster


Der Pianist Claus-Christian Schuster wurde 1952 in Wien geboren. Nach anfänglichem Unterricht bei seinem Vater studierte er bei Wilhelm Hübner-Langenbruck, an der Wiener Musikhochschule und der Indiana University in Bloomington bei Hans Graf, dann bei Dieter Weber in Wien und zuletzt am Moskauer Čajkovskij-Konservatorium bei Vera Gornostaeva. Von prägender Bedeutung war für ihn die Begegnung mit Wilhelm Kempff in Positano.

Er ist Preisträger etlicher internationaler Klavier- und Kammermusikwettbewerbe und gründete 1984 das Wiener Schubert Trio, dem 1994 – zusammen mit Amiram Ganz und Martin Hornstein – das Altenberg Trio Wien nachfolgte. Mit diesen Ensembles wurde er regelmäßiger Gast in vielen Musikzentren und bei Kammermusikfestivals und gestaltete von 1988 bis zu seinem Rückzug ins Privatleben 2012 einen eigenen Zyklus im Brahmssaal des Wiener Musikvereins.

Claus-Christian Schuster unterrichtete an der Wiener Musikhochschule und leitete neben seiner Konzerttätigkeit zusammen mit seinen Trio-Kollegen den Seminarlehrgang für Klavierkammermusik an der Konservatorium Wien Privatuniversität sowie Meisterkurse für Kammermusik in Europa und den USA. 15 Jahre lang war Claus-Christian Schuster künstlerischer Leiter des Internationalen Brahmsfests Mürzzuschlag; aus seiner prägenden Haltung kammermusikalischen Musizierens und seiner umfassenden Repertoire-Kenntnis ist dieses Programm hervorgegangen.

Francisco Carolinum, Festsaal